Jagdinstinkt


Der Galgo ist geboren, um zu jagen. In seinen Adern fließt das Blut des Jägers. Er ist ein Sichtjäger und nicht die kleinste Bewegung entgeht ihm. Trotzdem kann es möglich sein, einen Galgo auch abzuleinen, nicht jeden, aber doch einige seiner Rasse. Man braucht dazu Geduld und liebevolle Konsequenz, keine Härte oder gar Gewalt, damit verschreckt man den Hund nur.

Aber man muss auf der Hut sein und darf ihn nicht aus den Augen verlieren. Sollte sein Trieb Oberwasser gewinnen, hält ihn nichts mehr, auch sein geliebtes Frauchen oder Herrchen nicht, davon ab.

Außerdem darf nie vergessen werden, dass ein Windhund sehr schnell weite Strecken zurücklegen kann und man muss sich daher grundsätzlich vor dem Lösen der Leine vergewissern, dass keine Gefahren in Form von Straßen, Elektrozäunen oder ähnlichem vorhanden sind. Der Galgo ist für die Jagd gezüchtet worden und dieses Erbe schlummert immer in ihm und kommt im Nu zum Vorschein.

Als Sicht-Hetz-Jäger, spricht er auf optische, visuelle Bewegungsreize an! Das kann das fliehende Reh sein, der davon stobende Feldhase (der in Deutschland unter Naturschutz steht!!!), aber auch die Autos auf der Autobahn am Horizont, die entfernte Bahn, oder einfach ein Stück Plastikfolie, welches sich verfangen hat und im Wind flattert. Wir müssen Sie sicherlich nicht darauf hinweisen, dass jegliche Art von Wilderei, sprich Hund hetzt Wildtier, in Deutschland verboten ist und der ortsansässige Jäger von seinem Recht darauf, wildernde Hunde zu erschießen, Gebrauch machen kann und es oftmals auch tut. Sicherlich würden Sie ihren Hund niemals im Naturschutzgebiet unangeleint stromern lassen, das versteht sich bei Tierfreunden ja von selbst (solch hirnlose Menschen wurden aber leider immer wieder gesichtet!)!

Desweiteren müssen wir erwähnen, dass, ist die Hatz erst mal eröffnet, Ihr Hund Sie mit großer Wahrscheinlichkeit weder hört, noch sieht! Seine Sinne sind vollkommen auf selbstständige Jagd eingestellt und er ist für nichts mehr empfänglich. Er kommuniziert vielleicht noch mit mithetzenden Hunden, mit Ihnen 100 %ig nicht mehr! Und dies kann zu großen Problemen führen. Hunde verunglücken, reißen sich tiefe Wunden an Stacheldraht und Ästen, brechen sich Beine, laufen über Straßen und werden an- oder überfahren, verursachen Unfälle mit der Gefahr des Personenschadens, verlaufen sich (denn sie legen innerhalb kürzester Zeit enorme Distanzen zurück und finden dann nicht alle automatisch zu Herrchen oder Frauchen zurück). Außerdem hat der Jäger das Recht wildernde Hunde zu erschießen!

Das heißt für Sie, Sie müssen immer mehr sehen als Ihr Galgo! Sehen Sie Jagdobjekte vor Ihrem Hund, rufen Sie ihn zu sich, bevor er loshetzt! Befestigen Sie eine Leine an dem ausbruchsicheren Geschirr oder dem enganliegenden Halsband. Sie werden erstaunt sein, wie viel Kraft ein so zarter Hund entwickeln kann, wenn er hetzen will! Das sie schreiend in der Leine stehen und sich winden, dass sie kaum noch zu halten sind, ist keine Seltenheit! Ab und an hört man von Galgos, die sich auch von fliehendem Wild abrufen lassen, das ist offensichtlich aber nur in Einzelfällen möglich. Gehen Sie bitte immer davon aus, dass Ihr Hund nicht zu diesen Fällen gehören wird!

Oft begeht man den gedanklichen Fehler, der Galgo ist froh hier bei Ihnen zu sein und dass er nicht mehr in Spanien fürs Überleben jagen muss. Großer Fehler!! Die selbstständige Jagd ist sein Leben, dazu wurde er gezüchtet, das sind seine Gene, es steckt ihm im Blut. Er kann nicht anders und würde nie Ihnen zuliebe auf die Jagd verzichten. Er empfindet keine Reue, warum auch, ist es doch seine Bestimmung. Also wenn er auch noch so reumütig wieder zu Ihnen zurückkehrt, er hat aus Hundesicht keinen Fehler gemacht und wird nie daraus eine Lehre ziehen. Haben Sie einfach ein Auge auf Ihren Hund, die Umgebung und sein Verhalten.

Eine mitgeführte, griffbereite Hundeleine hat schon so manches Unglück verhindert! Sie sollen Ihren Windhund nicht ein Leben lang an der Leine führen, das wäre unserer Meinung nach Tierquälerei! Wie Sie ihrem Hund im Endeffekt Freilauf gewähren, hängt von der Umgebung, den gegebenen Möglichkeiten, besonders auch von Ihnen und auch vom Hund, den Sie adoptieren, ab. Es gibt aber Galgos, die können Sie einfach nicht ableinen. Dafür gibt es inzwischen einige eingezäunte Windhundausläufe oder fragen Sie einfach bei Hundeschulen nach, ob Sie das Gelände nutzen können. Manche Städte bieten auch eingezäunte Freiläufe an. Bitte informieren Sie sich hierüber schon vor der Adoption eines Galgos!

Noch etwas, dass Sie dringend beherzen sollten: Vermeiden Sie absolut die Verwendung der sogenannten Flexileinen. Einmal abgesehen davon, dass diese Leinen abgeschafft gehören, ist es gefährlich für Sie und Ihren Galgo diese zu verwenden. Sichtet Ihr Windhund eine Beute, bietet die Flexileine keinen Halt mehr. Wie sein Name schon sagt, bekommt der Galgo in Windeseile eine solche Geschwindigkeit durch die flexibele Leine, dass sich hierbei schon so mancher Besitzer auf dem Boden liegend wiedergefunden hat. Man sollte nicht vermuten, welche Kraft ein Galgo, auch ein noch so leichter, entwickeln kann, wenn er Gas gibt.


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